Den richtigen Käufer für Ihre Immobilie auswählen

Den richtigen Käufer für Ihre Immobilie auswählen

Lesedauer 4 Minuten

Wenn Sie Ihre Immobilie verkaufen möchten, stehen Sie – insbesondere bei der aktuellen Marktlage – häufig nicht vor der Herausforderung, ob Sie Ihr Objekt verkauft bekommen, sondern wie Sie von den ganzen Interessenten den richtigen Käufer auswählen. Dass dies auch herausfordernd sein kann und wie Sie sich eine Menge Aufwand sowie Stress ersparen können, wird nachfolgend erläutert.

Zunächst sei gesagt, dass ein Großteil der Interessenten erstmal sagen, dass sie gerne nochmal über das Exposé schauen, aber ein großes Interesse am Erwerb der Immobilie haben. Einige werden direkt bekunden, dass sie das Objekt kaufen möchten und die weiteren Schritte eingeleitet werden können, obwohl die Finanzierung noch nicht gesichert ist.

Interessenten selektieren

Durchaus sinnvoll ist es, zu Beginn der Besichtigungstermine die Anfragen zu selektieren und nur Interessenten in Ihr Objekt zu bitten, die ernsthaft über den Erwerb nachdenken. Doch wie finden Sie dies im Vorhinein heraus?

Zunächst mal sollten Sie sich die Kontaktdaten geben lassen. Sollten wirklich zu viele Interessenten anfragen, dann spricht nichts dagegen, von ihnen Informationen einzuholen, um selektieren zu können. Sie könnten beispielsweise im Vorhinein abfragen, wie die aktuelle Wohnsituation ist, welche Gehaltsspanne die potentiellen Käufer haben oder ob die Personen die Immobilie vermieten oder selber nutzen möchten. Die Informationen sind wiederum wichtig, da Sie dann abschätzen können, wie wahrscheinlich die Finanzierungszusage der Bank sein wird.

Vorauswahl treffen

Auch kann es sinnvoll sein, dass Sie den Interessenten vor einer Vor-Ort-Besichtigung erstmal eine virtuelle 360°-Besichtigungstour zur Verfügung stellen. Dies ermöglicht den Interessenten, sich vorab einen Überblick über Ihre Immobilie zu verschaffen, sodass nur noch potentielle Kaufinteressenten übrig blieben werden. Mit dieser Variante sparen Sie sich Zeit und Stress und können sich bei der Vor-Ort-Besichtigung ganz auf die ernsthaften Interessenten konzentrieren.

Ernsthaftes Interesse einschätzen

Doch nicht jeder Interessent kann sich auch tatsächlich die Immobilie leisten. Viele träumen sich die Finanzierungssumme schön oder schauen sich Immobilien an, die über ihrem Budget liegen und gehen mit dem Ansatz „das wird schon irgendwie“ in die Besichtigung. Dies ist jedoch weder für Sie noch für den Interessenten sinnvoll und kostet nur unnötige Zeit. Genau aus diesem Grund ist es ratsam, dass sich jeder potentielle Kaufinteressent auch über seine finanziellen Möglichkeiten im Klaren ist und das Darlehen mit seiner Bank realistisch plant. Deshalb sollten Sie sich als Verkäufer spätestens nach der Besichtigung die Bonitätsunterlagen des Interessenten zusenden lassen, wenn dieser weiteres Interesse bekundet hat.

Hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen.

Die Bonitätsprüfung kann beispielsweise mittels einer Selbstauskunft durchgeführt werden. Damit Sie auch sicher gehen können, dass die Angaben stimmen, sollten Sie sich von dem Interessenten immer eine Finanzierungszusage des finanzierenden Kreditinstitutes geben lassen. Damit sichern Sie sich ab, dass die potentiellen Käufer auch von der Bank ein positives Votum erhalten haben und dass sie ausreichend kreditwürdig sind. Nun sollte es kurz vor dem Notartermin zu keinen unvorhergesehenen Komplikationen mehr kommen.

Bieterverfahren

Sollten am Ende immer noch mehrere geeignete Käufer übrig sein, was natürlich für Ihre Immobilie spricht, dann können Sie Ihre Entscheidung nach einer der beiden Möglichkeiten richten. Eine Möglichkeit für die Auswahl des Käufers von mehreren Geeigneten kann ein Bieterverfahren sein. Dies funktioniert so, dass ähnlich wie bei einer Auktion Gebote abgegeben werden und der Höchstbietende das Objekt kaufen darf. Die Gebote können nach dem Besichtigungstermin mündlich oder im Nachhinein via E-Mail gegeben werden. Hierfür eignen sich auch entsprechende, digitale Tools, die Sie bei der Abwicklung des Bieterverfahrens unterstützen. Sie einigen sich dann auf den höchstgebotenen Preis und machen einen Notartermin fest.

First-Come-First-Serve

Alternativ kann die Entscheidung auch nach dem „First-Come-First-Serve“-Prinzip getroffen werden. Derjenige Interessent, der Ihnen als erster eine Kaufabsichtserklärung für den Notartermin unterschreibt, erhält auch die erste Möglichkeit, das Objekt kaufen zu dürfen. Das Unterschreiben der Kaufabsichtserklärung teilt Ihnen wiederum den positiven Entscheidungswillen des potentiellen Käufers mit, da ab diesem Zeitpunkt mit Vereinbarung des Notartermins für den potentiellen Erwerber Kosten anfallen, die er zu tragen hat.

Den übrigen Interessenten sollten Sie erstmal nicht absagen, sondern mitteilen, dass ein Notartermin mit einem anderen Interessenten geplant ist, der Kaufvertrag jedoch noch nicht unterschrieben und daher noch alles offen ist. Nach dem Notartermin sollten Sie den anderen potentiellen Erwerbern fairerweise mitteilen, dass das Objekt nun verkauft ist.

Dissclaimer: Wir machen außerdem darauf aufmerksam, dass unser Web-Angebot lediglich dem unverbindlichen Informationszweck dient und keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne darstellt. Der Inhalt dieses Angebots kann und soll eine individuelle und verbindliche Rechtsberatung, die auf Ihre spezifische Situation eingeht, nicht ersetzen. Insofern verstehen sich alle angebotenen Informationen ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

Bilderquellen: hr audit resume applicant paper and interview with using pen and computer laptop for selection human resource to company. von Jirapong Manustrong -> canva.com; Two Businesspeople Looking At House von AndreyPopov -> canva.com; Young multiethnic couple shaking hands with real estate agent. von fizkes -> canva.com ; Agent and customer meeting and handshaking after good deal for buy von Worawee Meepian -> canva.com; Oh no! Von g-stockstudio von Getty Images Pro -> canva.com

Das könnte Sie auch interessieren.